In der Stille des Wassers sein

Bist Du schon einmal gefloatet? Damit meine ich, wenn Du zum Beispiel im Urlaub warst und gerade im Pool oder in einem See oder sogar im Meer warst, Dich hast vom Wasser treiben lassen. Oder Du bist einfach auf einer Liege gelegen, hast Dich von der Sonne bräunen lassen und warst in einem Zustand absoluter Ruhe und Entspannung.

Gerade in diesem Moment hast Du die Möglichkeit bewusst alles um Dich herum zu registrieren, klar und deutlich. Auch kommt das Gefühl auf, mit Deiner Umgebung eins zu sein. Du spürst den Wind, der um Dich rum weht, spürst das Wasser auf Deiner Haut, riechst verschiedene Aromen in der Luft. Du bist in der Stille.

Aber solche Momente genießen wir kaum so häufig, wie wir es vielleicht wollen würden. Denn oftmals suchen wir Dinge, um uns abzulenken, uns zu beschäftigen. Selbst in unseren Gedanken sind wir häufig mehr beschäftigt, als dass wir die ruhigen Momente suchen. Oder wir lassen uns von anderen Menschen aus der Ruhe bringen, weil sie weniger denken wie wir oder wir es zulassen, dass sie uns mit ihrer Denkweise oder Einstellung frustrieren. Gleichzeitig registrieren wir weniger die Umgebung um uns herum.

Wasser hat etwas Beruhigendes an sichViele Momente unseres Tages sind von diesem Bild gezeichnet. Viele Stunden unseres Tages verbringen wir damit, mit irgendetwas beschäftigt zu sein, sind abgelenkt, gestresst, frustriert, besorgt und unglücklich – entweder mit uns selbst oder mit jemand anderen.

Aber was wäre, wenn wir auch innerhalb unseres Alltags unsere Urlaubseinstellung hervorrufen könnten?

Also einfach in der Stille sein könnten, egal was wir tun? Sogar Kraft schöpfen, durch die innere Ruhe?

Wie können wir jederzeit in der Stille des Wassers sein?

Nutze die Kraft der Visualisierung! Stelle Dir vor, wie Du Dich im Wasser des Ozeans oder in einem See treiben lässt. Du liegst friedvoll im Wasser, ganz ohne Angst und bewegst Deine Arme langsam im Wasser um Deinen Körper, fast wie einen Schneeengel. Du spürst das Wasser um Dich rum, wirst eins mit dem Element. Und es kann Dich weniger etwas aus der Ruhe bringen.

Gewissermaßen ist es, wie als wir noch nicht geboren waren, im Bauch der Mutter haben wir uns auch treiben lassen können. Ohne Sorgen und vollkommen zufrieden, eins mit der Mutter, und konnten einfach nur in der Stille sein, ohne dass uns etwas großartig beschäftigt hat. Es war natürlich für uns, von kaum etwas aus der Ruhe gebracht zu werden. Und das ist etwas, wohin wir gerne zurückkehren möchten.

In der Stille des Wassers zu sein, ist ein Zustand, wo wir uns eins und vollkommen fühlen können – eins mit unserer Umgebung, zufrieden, entspannt sein und wir nehmen bewusst alles um uns herum wahr, aber mit einer inneren Gelassenheit, sodass wir die Dinge einfach nur registrieren, aber sie uns keineswegs aus der Ruhe bringen.

Wie kommen wir dorthin?

Es ist möglich, immer wieder zur Stille des Wassers zurückzukehren – egal wie Dein Tag verläuft. Und dazu ist es keineswegs notwendig an einen Strand zu fahren, um die Ruhe des Wassers in einem Ozean zu genießen.

Du kannst dorthin gelangen, indem Du Dir selbst erlaubst, bewusst Deine Sichtweise zu erweitern und aufmerksamer Deine Umgebung betrachtest, also weniger fokussiert, sondern offener. Und dabei einen Zustand von Ruhe und Zufriedenheit erlangst.

Versuche es einmal:

1. Setze Dich für eine Minute hin, ohne etwas zu tun, sei in der Stille und lass Dein Bewusstsein die Stille registrieren. Damit auch in Deinem Kopf die Stille einkehren kann. Betrachte Deine Umgebung und lasse alle Einflüsse auf Dich wirken.

2. Versuche dann alle Details in Deiner Umgebung aufzunehmen. Jede Struktur, jeden Geruch, jeden Geschmack, jede Berührung, die Dir auffällt, nimm sie aufmerksam wahr. Versuche Deinen Horizont immer mehr zu erweitern.

3. Genieße die Ruhe in diesem Stadium Deiner erweiterten Wahrnehmung.

4. Löse Dich von dem Gedanken, Ebenen zu trennen, sondern öffne Deine Gedanken mit den Ebenen eins zu sein. Alles ist ein großes Ganzes. Stelle Dir Deine Umgebung wie ein großes Feld von Eindrücken und Energien vor, ein Feld, dass wahrgenommen werden kann.

5. Entspanne Dich in diesem Stadium, indem alles vollkommen zu sein scheint und schätze diesen Moment. Sei dankbar dafür, dass Du in diesem Moment für Dich sein kannst – in der Stille des Wassers, das unendlich ist.

Übe Dich darin, in der Stille des Wassers zu sein. Ganz egal, wo Du bist und zu jeder Zeit des Tages. Mit jedem Mal wird es Dir leichter fallen, die Ruhe und Stille zu finden und in diesem Moment für Dich zu sein. Manchmal wird es Dir auch schwerfallen, weil Du von zu vielem festgehalten wirst. Aber das ist auch in Ordnung.

Es geht kaum darum, immer perfekt und bewusst im Moment zu sein. Viel mehr geht es darum, mehr die eigene Umgebung bewusst zu entdecken und Ruhe in seinem Inneren zu finden.

Und wie wendest Du die gefundene Ruhe nun in der Realität an?

Selbst wenn Du dieses Stadium gefunden hast, kannst Du Deinen Erledigungen, die während des Tages getan werden müssen, nachgehen. Der erste Schritt ist den Weg zur Ruhe innerhalb der Stille des Wassers zu finden. Dann geht es darum, zu üben in diesem Bewusstsein, eine Aufgabe zu erledigen. Dabei sollte es nur eine einzelne Aufgabe sein.

Alles was Du tun musst, nachdem Du in der Stille bist, ist zu entscheiden, in diesem Stadium zu bleiben, auch wenn Du das Geschirr abwäschst oder anderen Tätigkeiten im Haushalts nachgehst.

Wenn Du dazu etwas in die Hand nimmst, registriere dabei bewusst, was Du genau in der Hand hast, fühle dessen Struktur und Oberfläche und sei Dir darüber bewusst, was Deine nächste Aktion ist. Es ist damit vergleichbar, dass Dir zum Beispiel das Licht im Raum bewusst ist, Du aber gleichzeitig die Geräusche im Raum wahrnimmst.

Wenn Du merkst, dass Du in Deinen Gedanken abschweifst, versuche dennoch wieder zu Deiner inneren Ruhe zurückzukehren. Halte kurz inne, nutze die Kraft der Visualisierung, um wieder zur Stille des Wassers zu gelangen und widme Dich dann wieder Deiner Aufgabe.

Versuche dies nach und nach auch auf andere Tätigkeiten auszuweiten, damit Du mit mehr Gelassenheit und Ruhe reagieren kannst und Du Dich weniger von einer eingetretenen Situation aus der Ruhe bringen lässt.

Natürlich kannst Du auch nur den ersten Part üben, vergleichbar mit ein paar Minuten einer Meditation, wenn der Alltag und Deine Sorgen Dich zu überwältigen scheinen. Und Dich dann wieder dem zu widmen, was getan werden muss, aber mit Ruhe und Gelassenheit. Aber versuche ein wenig, den Zeitraum von Ruhe und Gelassenheit, die Dir „die Stille des Wassers“ gibt, so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. Entdecke den Unterschied, wie dann Dein Tag verläuft und sich die drauffolgenden Ereignisse abspielen – ganz ohne Stress und Druck zu spüren.

Bildquelle: Victor Hancek / picjumbo.com

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